VISION: GEMEINSAM UNTERWEGS

Wir brauchen ein neues Wohlstandsmodell

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Donut-Ökonomie

das humaner als das bisherige ist und die Naturgüter schont, eines das also sowohl die Bedürfnisse der Menschen als auch die Grenzen des Ökosystems Erde respektiert. Die Grundidee dahinter wurde von Kate Raworth mit der „Donut-Ökonomie“ auch bildhaft dargestellt.

Lernorte und Reallabore sind Kernbausteine einer grundlegenden Strategie, um dorthin zu gelangen

Ermöglichungsräume wie die Kreuzkirche in Wuppertal sind (möglichst) unabhängige, selbstorganisierte und flexible Einrichtungen, an denen wir neue Inhalte aus vielen verschiedenen Themenbereichen erleben können, die wir uns mit neuen Formaten und Methoden erschließen. Menschen und die Gesellschaft insgesamt brauchen für eine positive Entwicklung zunehmend solche ganzheitlichen Lernorte, vielseitigen Reallabore und Möglichkeitsräume für echte und lebendige Begegnungen und für viele, sehr unterschiedliche Aktivitäten. Als Gegenbewegung zu der fortwährenden Spezialisierung, der Algorithmisierung, Robotisierung und „digitalen Modellierung der Gesellschaft“ (Jagoda Marinić) und zugleich zu ihrer phantasievoll und konstruktiv ausgleichenden Ergänzung.

An konkreten Orten lassen sich die neuen guten Ideen zusammenführen und miteinander kombinieren

Beispiele für neue gute Ideen gibt es ja bereits zu Tausenden in verschiedenen Bereichen: Neue Formen des Wirtschaftens (z.B. urbane Produktion und Komplementärwährungen), Mitgestaltung/Partizipation (z.B. Bürgerhaushalte), Entscheidungsfindung (z.B. Konsensieren) und viele andere. Von den Lernorten aus lassen sich Veränderungen auf überlokalen Ebenen (Region, Bundesland, Deutschland und Europa) anstoßen, verstärken und beflügeln – und umgekehrt können diese überlokalen Bestrebungen die Aktivitäten der lokalen Ebene unterstützen und inspirieren.

In den neuen Möglichkeitsräumen können wir uns leichter und wesensgemäßer als bisher weiterentwickeln

Dazu tragen Projekte bei, die uns Menschen helfen, uns selbst besser zu entdecken und endlich wirklich anzunehmen und dadurch zugleich auch Gemeinschaft stärker zu erleben. Auch zugewanderte oder geflüchtete Menschen können an den Lernorten unkompliziert und ohne hohe Barrieren andocken. Wir können gemeinsam an Projekten arbeiten, die es uns leichter machen, viele der sich selbst stabilisierenden Strukturverfestigungen Zug um Zug und in die Zukunft gerichtet aufzuweichen, aufzulösen und mit einer künstlerischen Haltung daraus Neues zu formen.

Zwischen dem Wandel in unserem Inneren und dem in der Außenwelt bestand schon immer ein Wechselspiel

Unser mindset, die „mentale Infrastruktur“ der Menschen (Harald Welzer) stand zu jeder Zeit der Menschheitsgeschichte in Beziehung mit dem, was „im Außen“ von Menschen etabliert und gebaut wurde, gleichgültig, ob es sich um (soziale) Institutionen wie das Geld handelte oder einzelne Bauwerke oder ganze ökonomisch-technische Systeme (wie das Autobahnnetz oder das Internet). Zum Beispiel: Etwas in den Menschen – wie das Streben letztlich nach größerer Wirksamkeit, in Verbindung mit den erworbenen Fertigkeiten und Fähigkeiten (bspw. Feinmechanik), brachte Uhren hervor, und die Uhren beförderten in den Menschen wiederum bestimmte Haltungen und Einstellungen (das Streben nach Pünktlichkeit, aber auch die Anfälligkeit für Stress durch „Zeitdruck“). Die Zusammenhänge waren oft jedoch nicht leicht zu erkennen.

Für die Zukunft können wir lernen, das Ineinandergreifen der Prozesse zu unterstützen…

und stärker als bisher zum Wohl aller Menschen und des gesamten Systems Erde zu nutzen. Damit sollte es möglich sein, den angelaufenen tiefgreifenden Wandel positiv zu beeinflussen.